Private Erinnerungen von Wolfgang Leistritz
Sollte jemand, der inzwischen 73 Jahre alt geworden ist und bisher weder die Welt aus den Angeln gehoben hat, noch einer größeren Zahl von Menschen besonders, gut oder schlecht, aufgefallen ist, seinen Lebenslauf aufschreiben?
Damit beschäftigte sich schon Goethe im Faust: „Es kann die Spur von meinen Erdetagen nicht in Aeonen untergehn.“
Vielleicht
trägt die Niederschrift meines Lebenslaufes mit dazu bei, daß nicht
jede Generation alle Erfahrungen wieder, auf´s Neue selbst machen muß
und wirkt bescheiden einer Tendenz entgegen, die sichtbar wird in immer
neuen Menschenrechten und die Abschaffung der Menschenpflichten.
Es gibt noch einen Grund, man sollte Geschichtsschreibung und -deutung nicht nur den studierten Historikern überlassen. Da ist schon Fragwürdiges niedergeschrieben worden.
Die heutigen technischen Möglichkeiten sind auch eine Versuchung. Es muß kein Buch oder Zeitungsbeitrag geschrieben werden, um einen größeren Kreis von Menschen zu erreichen.
Versuchen wir es einfach! Ich benutze die alte Rechtschreibung, also bitte nicht über "daß" usw. wundern.